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Von Havelberg nach Tangermünde

Heute geht es für uns südlich weiter an der Elbe entlang. Wir erreichen Tangermünde, welches über einen sehr großen kommunalen Wohnmobilbereich verfügt. Es gibt sowohl gepflasterte Parkbuchten als auch eine Wiesenfläche, die wir natürlich wählen, um uns etwas besser ausbreiten zu können. Da es auch hier Stromsäulen gibt, entscheiden wir uns, unsere Waschmaschine anzuwerfen. Noch während des Waschgangs kommt ein Korbacher Wohnmobil hinzu, mit dessen Besatzung wir uns schon sehr nett in Ruhstädt als auch in Havelberg ausgetauscht hatten.

 

Nachdem die Wäsche auf unserer Wäschespinne aufgehangen ist, beginnen wir unseren Tangermünder Stadtrundgang. Tangermünde hat eine über 1000jährige Geschichte. Rund um die Stadt führt eine Befestigungsanlage mit prächtigen Türmen und Zufahrtstoren. Innerhalb dieser liegen bis zu 400 Jahre alte Fachwerkhäuser und Backsteinbauten, die überwiegend gut erhalten sind, da im 2. Weltkrieg nur wenig zerstört wurde. Wir betreten die Stadt durch das Neustädter Tor und treffen sofort dahinter auf eine in einem ehemaligen Kirchgebäude befindliche Gastronomie, die in Steinkrügen das "Tangermünder Kuhschwanzbier" ausschenkt. Bier und Tangermünde gehörten wohl früher eng zusammen. Bis zu 80 Brauereien sollen sich hier gedrängelt haben. Wir folgen der Hauptstraße und stoßen schon kurz danach auf das imposante Rathausgebäude. Von hier aus sind es nur noch wenige Schritte zur Stephanskirche mit seinem 87,5 m hohen Glockenturm. Links und rechts laden gemütliche Ladenlokale und viele Gastronomiebetriebe zum Verweilen ein. Wir verbringen unsere Pause in dem schönen Biergarten des Brauereigasthofes Schulzens. Hier gibt es ein wirklich gutes "ziegelrotes" Bier. Der Zugang zum Biergarten erfolgt durch eine alte Scheune hindurch, in dem es ein Sammelsurium an alten Möbeln und Haushaltsgegenständen gibt.  Das ist eine wundervolle Zeitreise in die Vergangenheit.

 

Weiter geht es für uns noch bis zur Burganlage. Diese war früher der Sitz bedeutender Herrscher. Der römisch-deutsche Kaiser Karl IV erwarb 1373 die Burg und Stadt Tangermünde inklusive der Mark Brandenburg für seine Söhne. Heute beherbergt die Burg einen Hotel- und Gastronomiebetrieb sowie ein vorgelagertes historisches Museum. Die Lage weit oberhalb der Elbe gibt uns einen tollen Blick hinunter in die weitläufige Auenlandschaft. Auf unserem Rückweg gehen wir auch noch die Nebengassen ab und treffen u. a. auf das winzigste Fachwerkhaus Tangermündes. Dies kann heute als Ferienwohnung gemietet werden.

 

Am frühen Abend testen wir das in der Nähe des Wohnmobilstellplatzes liegende Fischrestaurant "Zum Neustädter Platz". Wir essen Zander- und Schollenfilet und würden die Qualität der Speisen als "in Ordnung" bezeichnen. Somit sind wir über die durchweg tollen Kritiken im Internet etwas verwundert, vermuten aber, dass diese durch die moderaten Preise begründet sind (Fischgerichte um die 15 Euro). Unser Aufenthalt in Tangermünde geht zu Ende. Bitte besucht unbedingt auch einmal diese wirklich tolle Stadt.